Kennt ihr das, wenn man wochenlang um eine Sache herumschleicht, sie eigentlich vor der Nase hat, aber den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht?
Genau so ging es mir die letzten Wochen mit der Positionierung für 15signals.
Das „Thought Leader“ Problem
Ich hatte mich total auf das Wording „Thought Leader Plattform“ eingeschossen. Es verkörpert alles wofür wir 15signals bauen. Klingt schlau, klingt nach Vision. Aber die Realität in den DMs war ernüchternd: Niemand hat es wirklich verstanden.
Wenn ich Leuten erklären muss, was ich mache, und sie danach immer noch fragend schauen, dann ist das Branding gescheitert. „Relevanz“ war als Begriff auch viel zu vage.
Der Wendepunkt kam diese Woche durch einen Impuls vom Title-Banner von Richard van der Blom. Plötzlich hat es Klick gemacht.

Es geht nicht um abstrakte Begriffe. Es geht darum, Autorität auf LinkedIn aufzubauen.
Das ist der Kern von 15signals. Das verstehen die Leute. Und darauf lässt sich jetzt endlich Content aufbauen, der nicht nur theoretisch „relevant“ ist, sondern ein konkretes Problem löst. Es fühlt sich verdammt gut an, dieses klare Namensschild für die eigene Richtung zu haben. Verdammt gut.
Experiment der Woche: Der LinkedIn-Algorithmus als Wingman
Parallel zur Strategie-Arbeit feile ich natürlich weiter an der 15signals-Methode. Ich teste ja alles selbst, bevor wir etwas implementieren.
Diese Woche habe ich ein kleines Experiment gewagt: Anstatt wie sonst strategisch und gezielt nach bestimmten Zielpersonen zu suchen, habe ich einfach mal blind jedem eine Vernetzungsanfrage geschickt, den mir LinkedIn im „Ihr Netzwerk“-Tab vorgeschlagen hat.

Bis zum Abwinken ist gleich bis zum LinkedIn-Limit nach 100 Connection-Requests:

Ich wollte wissen: Wie gut ist der Algo wirklich? Taugen die Vorschläge was, wenn man die Kontrolle abgibt?
Das Ergebnis hat mich echt überrascht.
Die Erfolgsquote war erschreckend hoch. Die Kurve in meinen Analytics zeigt steil nach oben. Es scheint, als ob der LinkedIn-Algo mittlerweile besser weiß, wer zu mir passt, als ich manchmal selbst vermute.

Was ich daraus lerne
- Kill your Darlings: Wenn ein Begriff wie „Thought Leader“ nicht zündet, weg damit.
- Mut zum Chaos: Manchmal bringt das unstrategische Testen (wie beim Networking-Experiment) die spannendsten Datenpunkte.
Ich bleibe weiter dran und verfeinere die Methode.
Lernen durch Machen.
Meine Frage an dich
Welcher Begriff in deinem Marketing sorgt bei anderen eher für Fragezeichen als für Klarheit? Ich bin mir sicher, dass jeder von uns mindestens einen solchen „Nebelschleier“ in seiner Kommunikation hat.
P.S. Falls du auch gerade an deinem Profil-Slogan schraubst: Frag dich nicht, ob es schlau klingt, sondern ob es deine Oma (oder zumindest ein potenzieller Kunde in 3 Sekunden) versteht.