Der Wert von 20 echten Gesprächen

Lesezeit: 3 Minuten

Die letzte Woche war… intensiv. Wenn du mir auf LinkedIn folgst, hast du vielleicht gemerkt, dass es dort eher ruhig um mich ist. Kein täglicher Post.

Warum? Weil ich mich meine selbst auferlegte Challenge sehr gefordert hat:

Täglich: 20 Kommentare. 20 Connections. 1 Post.

Das war mein Plan.

Aber die Realität sieht anders aus: Ich habe die Posts komplett weggelassen.

Warum?

Einfach, weil ich mit dem „echten“ Netzwerken voll beschäftigt war. Dafür habe ich zu Beginn noch versucht, die KI als Krücke für meine Kommentare zu nutzen. Aber ganz ehrlich? Es hat sich nicht echt angefühlt, irgendwie nach Plastik, nicht nach „mir“.

Also habe ich das Ding in die Ecke geworfen und begonnen händisch zu schreiben. Zwar mit Struktur, aber sonst „frei aus dem Bauch heraus“. Ich betrachte jedes Kommentar als ein echtes Gespräch.

Meine Struktur ist dabei denkbar einfach:

Zuhören: Direkt auf den Post eingehen. Falls am Schluss eine Frage gestellt wird, diese beantworten.
Relevanz: Die Brücke zu meiner Erfahrung, meinem Expertenwissen im Kontext von 15signals schlagen.
Anstoß: Eine Phrase oder eine Frage, die zum Nachdenken oder Kommentieren einlädt.

Das Ergebnis? Die Kurve meiner Profilbesuche und Interaktionen gibt mir recht.



Es bestätigt meine Überzeugung von „Human-in-the-loop“: Den letzten Schritt muss immer der Mensch machen. Die KI kann uns die Türen zeigen, aber durchgehen (und die Hand schütteln) müssen wir selbst.

Aktueller LinkedIn Trend: Die Invasion der KI-Klone

Apropos KI: Hast du auch bemerkt, dass plötzlich jeder perfekte Studio-Fotos von sich hat, die verdächtig nach „zu gut um wahr zu sein“ aussehen?

Es ist faszinierend und gruselig zugleich. Manche kennzeichnen es mittlerweile sogar, so wie hier:



Wir bewegen uns in eine Welt, in der wir uns fragen müssen: Was ist noch echt? Für uns als Experten ist das die größte Chance überhaupt. Wenn alle anderen „Fake“ werden, wird unsere echte, unperfekte Menschlichkeit zum wertvollsten Asset.

„The Mom Test“ für 15signals

Anstatt blind Content in den Feed zu schießen, habe ich diese Woche massiv auf Discovery gesetzt.

Ich habe die Leute, die mein Profil besucht oder mich angeschrieben haben, nicht direkt mit einem Pitch überfallen. Stattdessen habe ich sie um ihre ehrliche Meinung gebeten.

Dafür habe ich 5 gezielte Fragen nach dem Konzept von „The Mom Test“ ausgearbeitet. Ziel: Die Wahrheit herausfinden, anstatt Bestätigung für meine eigene Idee zu suchen.

Diese Insights sind direkt in mein LinkedIn Profil geflossen. Hier ist der Vorher-Nachher-Vergleich:


Was ich diese Woche gelernt habe 

Zum Abschluss noch ein strategischer Gedanke. Ein System, das Zeit spart, ist super. Aber langfristig brauchen wir einen „Moat“. So wird der  „Burggraben“ für eine Unternehmen genannt, um seine Stellung abzusichern.

Hierfür will hier meine Erfahrungen aus dem Trading einbringen. Beim Trading geht es darum, Trends und Signale im Rauschen der (Aktien-) Märkte aufzuspüren, bevor die Masse sie sieht.
Genau das wollen wir für LinkedIn bauen: Ein System, das nicht nur Zeit spart, sondern ein echtes Asset ist, weil es die relevantesten Themen und Diskussionen erkennt, bevor sie zum Mainstream werden.

Lernen durch Machen.


Meine Frage an dich

Wenn du morgen aufhörst, täglich neuen Content in den Feed zu „schreien“: Wie viele Menschen würden dich stattdessen direkt anschreiben, weil du in den letzten 20 Kommentaren ihre Welt wirklich verstanden hast?
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P.S. Ich habe diese Woche gelernt, dass 20 echte Gespräche mehr wert sind als tausende Impressions. Qualität skaliert zwar langsamer, aber sie konvertiert besser.

Für Fragen oder Anregungen schreibe mir gerne auf LinkedIn.