Kennst du das Gefühl? Du sitzt vor dem „Beitrag erstellen“-Feld auf LinkedIn, der Cursor blinkt und im Kopf herrscht gähnende Leere. Oder Schlimmeres: Du postet etwas, in das du zwei Stunden Arbeit gesteckt hast und außer deinem engsten Kreis reagiert niemand.
Ich habe letzte Woche eine extrem befreiende Entdeckung gemacht: Kommentieren funktioniert viel besser als Posten.
Warum? Weil die Einstiegshürde viel niedriger ist. Wenn du einen Post liest, bildet sich deine Expertenmeinung ganz automatisch in deinem Kopf. Du musst sie nur noch hinschreiben. Das überwindet jede Schreibhemmung.
Der Beweis: Relevanz schlägt Reichweite
Ich habe mir die Zahlen der letzten Tage genau angeschaut. Hier ist, was mich umgehauen hat:


Der Beweis schwarz auf weiß. Ein eigener Post dümpelt oft bei wenigen Impressions herum, weil der Algorithmus dich erst „testen“ muss. Aber ein strategischer Kommentar unter einem relevanten Beitrag eines Branchenkollegen? Der explodiert förmlich.
Warum? Weil ich dort auftauche, wo die Aufmerksamkeit bereits ist.
Ich versuche jetzt, jeden Tag mindestens 20 dieser „Relevanz-Anker“ zu setzen. Das Ergebnis ist mehr Sichtbarkeit in einer Stunde Kommentieren als in einer Woche mühsamem Content-Erstellen.
Tech-Stack & „Human in the Loop“
Ich habe experimentiert, wie ich das Ganze effizienter machen kann. Eine Idee war: Texte einsprechen (Handy-Micro). Kurzes Fazit: Vergiss es für Kommentare. Es eignet sich super für Newsletter-Gedanken oder lange Posts, aber bei einem Kommentar, der nur aus 2-3 Sätzen besteht, dauert das Korrigieren der Transkription länger, als es einfach kurz zu tippen.
Was stattdessen genial funktioniert:
- Digitale Personal Brand via NotebookLM: Ich habe eine digitale Personal Brand von mir erstellt, die meinen Schreibstil, meine Tonalität und meine Werte kennt.
- Ideen-Sparring mit Google Gemini: Ich nutze KI, um Kommentare zu strukturieren und erste Ideen für Impulse zu bekommen.
ABER: Und das ist mein wichtigster Grundsatz: Den letzten Schritt musst du immer selbst machen.
Ich schreibe jeden Kommentar am Ende selbst um. Ich bin der „Human in the Loop“. Warum? Weil Menschen von Menschen kaufen. Wenn du wie ein Bot klingst, bist du nur Rauschen („Noise“). Wenn du aber eine echte Meinung mit System und KI-Unterstützung abgibst, wirst du zum Signal und damit relevant.
Was ich diese Woche gelernt habe
Kommentieren erzeugt Relevanz. Und Relevanz ist die einzige Währung, die auf LinkedIn 2026 noch zählt. Wer nur schreit (Postet), wird ignoriert. Wer mitredet (Kommentiert), wird wahrgenommen.
Lernen durch Machen.
Meine Frage an dich
Wie sieht dein Verhältnis zwischen Posten und Kommentieren aus (Aufwand vs. Nutzen)?
P.S. Falls du dich fragst, wie du die Nadel im Heuhaufen findest: Genau daran schraube ich gerade bei 15signals.com. Das Tool soll dir genau die Posts servieren, bei denen dein Kommentar den größten Hebel hat. Stay tuned!
Für Fragen oder Anregungen schreibe mir gerne auf LinkedIn.