Letzte Woche hat sich endlich das getan, was eigentlich schon viel früher hätte passieren sollen.
Ich saß mal wieder es Nächtens vor meinem Laptop und war im „Zombiemodus“. Zum zehnten Mal durch ein Konzept-Papier für 15signals.com gescrollt, Videos von den Business-Gurus geschaut, Farbcodes fürs Branding verglichen und mein LinkedIn-Profil zum zigsten Mal überarbeitet.
Kennt ihr das? Man macht alles, außer das, was eigentlich (fürs Vorankommen) zählen würde.
Das meine ich mit Konzept:

Man fühlt sich produktiv, weil man „arbeitet“, aber eigentlich baut man nur eine immer höhere Mauer aus Perfektionismus um sich herum, um sich nicht der echten Welt stellen zu müssen. Es fühlt sich sicher an. Man kann doch nichts falsch machen, wenn niemand zuschaut, oder?
Aber genau da liegt der große Fehler. Es ist die klassische „Konzept-Falle“. Wir planen so lange unsere Gartengestaltung bis der Winter kommt und wir auf den Frühling warten. Und wenn Frühling ist, ja dann …
Was jetzt anders ist
Diese Woche hab ich die Theorie verbannt. Wenn ich mit 15signals.com behaupte, dass man durch Signale und Relevanz wächst, dann muss ich dieses System für mich selbst nutzen. Ohne Wenn und Aber.
Anstatt also weiter an dem „perfekten“ Slogan zu schrauben (ihr wisst, wie sehr ich mich in Details verlieren kann), bin ich hinausgegangen. Mitten in den Lärm und Verkehr von LinkedIn.
Um nicht wahllos herumzustreifen, habe mir ein Ziel gesucht und das in einer Challenge, inspiriert von Adam Robinson (Link), gefunden:
- 20 Kommentare unter relevanten Posts (echte Signale nutzen)
- 20 Connection Requests an Menschen, die wirklich in meine Bubble passen
- 1 Post, der echtes Wissen teilt (kein KI-glattgebügelte Phrasen)
Und das täglich! Außer am Wochenende, irgendwann braucht’s ja neue Farben für die Webseite. Ironie Ende.
Das Ganze ziehe ich jetzt 30 Tage lang durch. Ohne Ausreden. Auf LinkedIn gepostet und versprochen, jetzt gibt’s kein Zurück mehr.
Lernen durch Machen, und das öffentlich.
Ganz ehrlich: Die ersten Tage der Challenge waren hart. Sehr hart. Jeden Tag bis 2 Uhr in der Früh.
Das Verrückte dabei? Davor ging es zeitlich oft auch so lange. Aber der entscheidende Unterschied ist der Output. Früher habe ich zwei Stunden lang Farbcodes verglichen und hatte am Ende… eine andere Farbe.
Jetzt habe ich nach der gleichen Zeit 20 echte digitale Signale im Markt hinterlassen.
Aber um dieses Level überhaupt halten zu können, musste ich mir erst ein System, einen klaren Ablauf und eine Checkliste bauen. Ohne diese Struktur würde ich im Chaos versinken und der Farbcode wieder ach so wichtig werden.
Der Hormozi-Faktor
Warum erwähne ich Alex Hormozi? Weil jeder von uns anders inspiriert oder motiviert wird. Manche spornt es an, wenn jemand sagt: „Ich hab einen 6-stelligen Umsatz gemacht.“ Mich nicht. Ich brauche die ehrliche Wahrheit über den Weg dorthin. Für die Kilometer 30 bis 40 beim Marathon.
Hormozi redet locker von 100 Kommentaren pro Tag. Das hört sich motivierend an, ist aber erst mal brutal weit weg, wenn man weiß, wie viel Hirnschmalz in 20 echten Kommentaren steckt.
Aber genau das ist mein Typ für Motivation. Du hast sicher auch wen.
Sicher hast du auch wen, dessen Art dich antreibt, aber dich gleichzeitig daran erinnert, dass der Weg nur über echte, harte Arbeit führt. Nicht über polierte Folien.
Tipp: Was ich aber erst seit zwei Wochen wirklich anders mache: Ich staple nicht mehr Input aus Videos und Beiträgen in Konzepte, sondern arbeite jeden Input sofort in meinen Prozess und in meine Prompts ein. Ich erweitere sie ständig. So bleibt das Wissen der Besten nicht auf dem Papier liegen, sondern wird Teil meines Systems.
Das ist mein „Mikro-Step“: Input rein, Prozess-Update raus. So lerne ich von den Besten, während ich mache.
Genauso ist es auch mit diesem Newsletter hier. Ich schreibe den ersten Entwurf mindestens einen Tag vor dem Wochenende und ergänze ihn dann laufend mit neuen Gedanken und Insights, die mir im Alltag dazu einfallen.
Der erste Funnel-Check
Eigentlich sind erst 4 Tage um, aber der Unterschied zwischen „Planen“ und „Machen“ ist jetzt schon …
Verdammt, ich hätte das viel früher machen sollen.
Nach nur 72 Stunden sieht die Realität so aus:

- Sichtbarkeit: Wertvolle Kommentare ziehen Blicke an. Ich „unterbreche“ niemanden, ich bin dort, wo die Aufmerksamkeit schon ist.
- Traffic: Die Leute klicken auf mein Profil. Meine Profil-Besucher-Kennlinie sieht endlich nicht mehr aus wie eine Flatline.
- Klicks: Die Links zur (kostenlosen!) Website werden tatsächlich genutzt.
Conversion: Zwei neue Beta-User! - Bubble-Effekt: Ich bekomme Antworten von Leuten, die ich bewundere. Ich bin kein Zuschauer mehr, ich spiele mit.
Warum 2 Beta-User mehr Wert sind als 100 Ideen

Zwei Beta-User klingen für manche vielleicht nach „nichts“. Aber für mich sind diese zwei Menschen wertvoller als 100 theoretische Konzepte. Und die Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg richtig war (auch mit Umwegen).
Warum? Weil die zwei Beta-User das Ergebnis von echter Interaktion sind. Sie sind der Beweis, dass das System zündet. Es ist der Unterschied zwischen einem Kochbuch lesen und tatsächlich am Herd stehen und merken: „Hey, es schmeckt!“
Mein größtes Learning diese Woche: Wir scheitern nicht an mangelnder Qualität, sondern schlicht daran, unsere Power endlich auf die Straße zu bringen. Wir polieren den Motor in der Garage, während das Rennen draußen längst läuft.
Dabei warten die Chancen genau dort, wo es unperfekt ist.
Meine Bitte an dich
Wenn du gerade auch an etwas grübelst:
Leg los. Es kochen alle nur mit Wasser.
Denn das Gefühl der Bestätigung, dass die Theorie, der Plan und die Technik wirklich funktionieren, das macht Hunger auf mehr. Das perfekte Konzept im Kopf bringt genau null. Optimiert wird später mit echten Daten.
Lernen durch Machen.
Meine Frage an dich
Steckts du auch gerade in der „Konzept-Falle“ und optimierts die Website-Farbe statt den ersten Post? Dann weißt du ja was zu tun ist.
P.S. Falls du dich fragst, wie ich das zeitlich schaffe: Ich automatisiere nicht das Schreiben, ich systematisiere das Lernen. Jeder „Hormozi-Input“ landet direkt als Update in 15signals.com. So wird aus Inspiration echte Geschwindigkeit.